7.3. bis 23.5.2021

Konrad Winter

Ende der Vorstellung

Malerei

Ausstellungseröffnung: 7.3.2021
Begrüßung:
Einführung:

Neuer Worpsweder Kunstverein
nwwk c/o Village Worpswede, Bergstraße 22, 27726 Worpswede

Die Öffnungszeiten sind derzeit
Fr – So  10 – 18 Uhr

Die Malerei von Konrad Winter schafft keine Bilder, schöpft nicht aus der Einbildungskraft des Malers, sondern knüpft an schon existierenden Bildern an. Bilder, die fotographisch entstanden oder medial vermittelt worden sind; die bearbeitet, wiedergegeben und in Frage gestellt werden.

Konrad Winter zerlegt die farbigen Fotos durch digitale Tontrennung und unter Verwendung einer vorher festgelegten Farbreihe in monochrome Farbflächen, die er dann mit Autolack auf Aluminiumplatten malt – nicht sprüht, sondern mit einem Schriftmacherpinsel aufträgt. Diese Farbflächen stoßen nicht mehr primär an den Gegenstandskanten aneinander, sondern dort, wo Farbwerte sich in der Fläche verschieben und quantitative Grenzwerte überschreiten.[1] Durch das Einander-Umfließen von Farbflächen ähnlicher und unterschiedlicher Farbtonalität entsteht ein Bild der Unschärfe. Erst mit dem räumlichen Abstand verbinden sich die Farbflächen zu greifbaren Motiven und vertrauten Sujets.[2]

Die automatische, subjektlose Analyse der Fotos findet ausschließlich im Bereich der Farbigkeit der Fläche statt, unabhängig vom Bild oder von Sujets. Konrad Winter entkoppelt Farbe und Motiv, um diese durch das distanzierte Betrachten wieder zu einer Synthese zusammenzuführen.[3]

Die künstlerische Entstehung und Entwicklung seiner Gemälde beschrieb Konrad Winter umfassend: „Reale Bilder, in Freiburg aufgenommen, sind über das Medium des Computers so zerlegt, dass sie aus der Nähe als Anreihung abstrakter Farbflächen gesehen werden. Erst mit größerem Abstand kann man das ursprüngliche Motiv erkennen. Der digitale Charakter spielt auf unsere Erfahrung mit dem Internet an, einem riesigen und permanent verfügbaren Bildspeicher, der die Bildrezeption nachhaltig beeinflusst hat. Digitale bildgebende Verfahren der Wissenschaft sind uns ebenfalls vertraut geworden. Mehrere Informationsebenen sind in einem Bild vereint, das nur scheinbar einen Sachverhalt, eine Momentaufnahme abbildet. Das Kippen einer Bildinformation in eine andere stellt die Frage nach dem Bildinhalt und der Wahrnehmung, untersucht die Struktur.“


[1]Text von Johannes Meinhardt, 2006 K.W. „Getarnte Landschaft“, Ausstellungskatalog
[2] Text von Karl-Heinz Pichler, 2013 Sinnliche Gewissheit, Ausstellungskatalog
[3] Siehe Fußnote 1

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Vernissage

 

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