22.11. bis Ende Februar 2021

Stefanie Hofer / Marile Holzner / Steffen Kern

Go slow

Zeichnung, Radierung, Aquatinta, Objekt

Ausstellungseröffnung: 22.11.2020
Begrüßung: N.N.
Einführung: N.N.

Neuer Worpsweder Kunstverein
nwwk c/o Village Worpswede, Bergstraße 22, 27726 Worpswede

Geöffnet tgl. 10 – 18 Uhr

Stefanie Hofer

Stefanie Hofers Radierungen zeigen Einblicke in Landschaftsgärten, deren Schöpfer – Künstler, Lyriker und Architekten – aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten kommen. Diese Gärten sind als Orte der Reflexion und Stellungnahme zur Gegenwart zu lesen, sie sind Ausdruck des Zeitgeistes und Bedeutungsträger, greifen in ihrer Polarität aus Poetik und Bezug zur alltäglichen Realität ästhetische, intellektuelle und politische Themen und Fragestellungen unserer Zeit auf. Um diese Gartenanlagen in ihrer räumlichen und atmosphärischen Qualität bildnerisch wiederzugeben, bietet die Technik des Tiefdrucks die Möglichkeit, mit Linie und Fläche zu arbeiten und zeichnerisches, dokumentarisches und präzises Arbeiten mit den freien malerischen Prozessen der Aquatinta-Technik zu kombinieren.

 

 

Marile Holzner

Marile Holzners Bildkörper handeln von der Entstehung der Form aus der Sprengung der Bildfläche und der Schönheit des Fehlers. Sie zeigen das Wirken von Kräften, handeln von sich selbst, von ihrer Materialität und erzählen von der Verformbarkeit ihrer Masse und ihres Volumens. Und von ihrer eigenen Entstehung. (Anne Simone Krüger) Ausgangspunkt dieser Arbeiten ist stets das rechteckige Format einer oder mehrerer Bögen Finnpappe, welche sie mit reduzierten Formen oder einem monochromen Farbauftrag versieht. Auf diese Pappen setzt sie ihr Schneidewerkzeug, einem bestimmten Algorithmus folgend, an. Dieser sieht beispielsweise vor, mit dem gleichen Schnitt einen Bogen, von Anfang bis Ende, in immer gleiche Teilstücke des Ausgangsformates zu zerteilen. Einkalkuliert ist hier jedoch von Beginn an der Fehler: Die leichte Irregularität, die ins Spiel kommt, wenn die Schablonen sachte verrutschen und minimale Abweichungen zum jeweils vorangegangen Teilstück sich so potenzieren. Sichtbar werden diese Abweichungen dann beim Zusammensetzen der Teile zu dreidimensionalen Körpern. Resultat hieraus sind Hybride aus Bild und Objekt. Manchmal fest verleimt, oft aber auch in sich beweglich, erinnern sie an Geometrisches, Organisches oder auch an das gewohnte Rechteck eines Bildträgers.

 

Steffen Kern

Steffen Kerns Zeichnungen wirken zunächst wie Fotografien oder Filmstills – doch statt einer fotografischen Fixierung der Wirklichkeit ist das vermeintliche Gegenteil, Fiktion, zu sehen. Die Bildfindung erfolgt nicht durch das Abzeichnen realer Fotografien oder Filmszenen – stattdessen sucht er in seinem Gedächtnis Bilder, die er in unserem kollektiven Bildgedächtnis für verankert hält. Diese für einen Großteil der Allgemeinheit wiedererkennbaren „Metabilder“ sind Bilder von Bildern, gespeist durch Popkultur, Film, Fotografie und Alltägliches. Die Motive konstruiert er ohne Vorlagen mittels so vieler Vorzeichnungen, bis Proportionen, Licht und Perspektive „stimmen“. Um einen fotografischen Ersteindruck zu erzielen, setzt er Momente aus Fotografie und Film, wie Blooming, Schärfentiefe, Blitzschatten und Bildstörungen ein.

 

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