Sonja Koczula / Katharina Fischborn
Nähe ausloten 

Malerei, Zeichnungen, Plastische Papierarbeiten

9.7.2017 bis 3.9.2017

Ausstellungseröffnung:
Begrüßung: Anne Teumer
Einführung: Dr. Anette Naumann

Neuer Worpsweder Kunstverein
NWWK c/o Village Worpswede, Bergstraße 22, 27726 Worpswede

Geöffnet tgl. 10 - 18 Uhr

 

Katharina Fischborn verbindet in ihrer künstlerischen Arbeit, von der Zeichnung kommend, traditionelle graphische Techniken wie den Holzschnitt mit innovativen raumplastischen Konzepten. Aus Hochdruck-Unikaten, die sie mit dem Skalpell „zeichnerisch“ bearbeitet, so dass plastische Streifen und vielfach durchbrochene Flächen und gitternetzartige Linienstrukturen entstehen, schafft sie lichtdurchlässige Papiergebilde und raumgreifende Installationen.
Aus: Nicole Nix-Hauck „Die Spur der Leichtigkeit“ im Katalog bewegt, Städtische Galerie Neunkirchen, 2012

► Vita Katharina Fischborn

 

Sonja Koczula gelangt auf zwei unterschiedlichen Wegen zu ihren Kompositionen: Auf der einen Seite handelt es sich um eine freie, offene Formfindung, häufig auf der Basis von Skizzen, die einen Fundus von Formulierungen, sozusagen ein eigenes Wörterbuch, bilden. Linien und Formen werden aus einer Bewegungsgeste heraus entwickelt, ein gespeichertes Repertoire wird aktualisiert und korrespondiert mit dem immer wieder neuen Aufbau der Figurationen und dem Verlauf der Linien in jedem einzelnen Werk.

Das zweite Verfahren schließt an die Überarbeitung gefundener Medienbilder an, Fotografien aus Zeitungen und Zeitschriften. Die Übermalungen sind teils autonome Werke, dienen vor allem aber als Vorlagen für Bilder und Blätter. Dabei finden bevorzugt solche Fotos Verwendung, die schon blockhafte Formen zeigen, Schattenrissen ähnlich. Klassische Grundformen mit chiffrenhafter Aufladung werden aufgegriffen, Archetypen des Alltags.

Die Geste spielt in Sonja Koczulas Bildern eine bedeutende Rolle. Eine dynamische Schrift und bewegte Spur prägen vor allem die in freien Setzungen entstandenen Arbeiten. Die Strichführung von feinsten Fäden bis zu breiten Bahnen aktiviert in einem großen Spektrum Stofflichkeit, im Vibrieren der Lineaturen elementare Empfindungen. Gestik heißt aber nicht spontane Entäußerung, sondern zeichnerische Bewegung, skripturale Niederschrift. Nicht vorrangig emotionale Impulse spielen eine Rolle, sondern formale Anregungen und gedankliche Regungen.

Dr. Rainer Beßling

Sonja Koczula, geboren 1976 in Osnabrück, lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte in Osnabrück Malerei, Zeichnung und Druckgrafik sowie Literaturwissenschaften. 2004 schloss sie ihr Studium mit dem Magistra Artium ab. Sie arbeitet seitdem als bildende Künstlerin und hat Einzelausstellungen im In- und Ausland, zuletzt beispielsweise in Köln, Weinheim, Enschede, Tokio und Paris.